Archive for November, 2008

Antizyklisches Denken

everystockphoto_152395_m

Trends kommen und Trends gehen. In den 80er Jahren hieß es zum Beispiel: „IKEA, das Möbelhaus, in dem die Kinder so heißen, wie die Betten, in denen sie gezeugt wurden“

IKEA ist zwar nicht out, aber die Kinder heißen jetzt nicht mehr Björn, Palm oder Hemnes, sondern Paul, Jonas und Felix, ebenso wie ihre Großväter oder eher Urgroßväter. Retro nennt sich dieser Trend, wobei nicht sehr darauf geachtet wird, aus welcher Stilepoche er kommt, sondern nur, dass er vor der eigenen Elterngeneration anzusiedeln ist. Die Nutzer von Nierentischen und Mustertapeten haben keinen blassen Schimmer von den 50er, 60er oder 70er Jahren, sie diskutieren im Internet darüber, warum Männer auch einen Bauchnabel haben, wo sie doch gar keine Kinder bekommen können und sie denken Waterloo, Watergate und Waterkant waren alles coole Open-Air-Festivals. „Wir haben damals auch im Regen getanzt, nur dass unsere Klamotten nicht schmutzig geworden sind, weil wir gar keine anhatten“, ja ja, unsere Omas, die hatten was drauf.

Wer mit dem Trend geht, der kann sich zweier Dinge sicher sein. Er ist nie alleine und er wird nie modern sein, denn jeder Trend hat sich in dem Augenblick, wo er als solcher wahrgenommen wird auch schon wieder überholt. Die Devise heißt „antizyklisches Denken“, dem Trend entgegen wirken, neue Dinge tun, entgegensätzliche Dinge tun. Wenn alle Leute nach dem 5-Liter-Auto rufen, dann kaufe ich mir für den Hausgebrauch einen Panzer mit einem Verbrauch von 5 Liter pro 1 Kilometer statt pro 100 Kilometer. Wenn alle Welt Bio kauft, dann muss dem mit einem schönen Hormonsteak entgegengewirkt werden und wenn jeder gesund lebt, dann fange ich eben wieder mit dem Rauchen an.

Besonders dem Trend der Dummheit möchte ich antizyklisch begegnen, denn im Land der Dichter und Denker ist es eine Schande, das die Kinder heute von A wie Absolution bis Z wie Zollverein keine Ahnung mehr haben, was sich in den Generationen vor ihnen abgespielt hat. Deutsche Geschichte fängt für sie mit Bushido an und hört mit Tokio Hotel wieder auf. Den Begriff „humanistische Bildung“ halten sie für einen Begriff aus dem Gartenbau oder der Geologie. In diesem Sinne wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit, mein Weihnachtsbaum ist antizyklisch schon immer Sommer verdorrt und ich werde am 24.12. an sie denken, wenn ich auf Madeira in der Sonne sitze.

Leave a comment »

Das Ende der menschlichen Evolution

james_watson_helix_300283_l

Der britische Wissenschaftler Steve Jones vertritt die These, dass die menschliche Evolution zum Ende gekommen ist. Es gibt keine natürliche Selektion im Sinne des Darwinismus mehr, da 98% der Menschen in der zivilisierten Welt das zeugungsfähige Alter erreichen und sich vermehren können, ganz egal ob ihre Gene vorteilhaft sind oder nicht. Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder schlechten Zähnen wären früher jung gestorben, was über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg den Genpool verändert und die Evolution vorangetrieben hätte.

Kritiker von Jones geben zu bedenken, dass auch heute noch Menschen frühzeitig an Krankheiten sterben, aber man muss in meine Augen Jones recht geben, denn natürlich ist das nur ein Bruchteil derer, die vor 200 Jahren der natürlichen Selektion zum Opfer gefallen sind.

Ich glaube vielmehr, dass wir Menschen in Zukunft die Aufgabe der Evolution übernehmen werden. Schon in wenigen Jahrzehnten wird es leicht möglich sein, die Qualität der Gene auf ihre Mängel in der Erbanlage zu überprüfen und so bei der Partnerwahl der Mensch die Selektion übernehmen. Wenn man einen aussagefähigen Gentest für 3,50 EUR in jeder Apotheke bekommt, dann wären doch potentielle Eltern dumm, sich einen Partner auszusuchen, von dem man weiß, dass sein Erbgut Risiken in sich birgt. Es wird auch kein Gesetz geben, dass dies untersagen kann. Allerdings wird auch diese Selektion nur sehr langsam und unvollständig voranschreiten, so dass ich im Großen und Ganzen Steve Jones Recht geben muss: die Menschliche Evolution ist zum Stillstand gekommen. Wir werden uns natürlich noch weiter vermischen, gerade in der Zeit der Globalisierung entstehen ganz neue Phänotypen, aber mit Evolution im klassischen Sinne hat das nichts zu tun. Uns werden weder Schwimmflossen wachsen, weil der Wasserspiegel ansteigt, noch werden sich Menschen mit einem guten Gehör stärker vermehren, weil sie die Straßenbahn früher kommen hören.

Leave a comment »

Lügt Marco Weiss?

paradisio_male_belgium_298714_l

Ich habe mir auf bild.de mal die Auszüge aus dem Buch von Marco Weiss durchgelesen, das ist der Junge, der wegen angeblicher Vergewaltigung monatelang in einem türkischen Knast einsaß….also ich muss schon sagen, ob er sich damit einen Gefallen getan hat=?

Also der Junge war mir irgendwo nicht unsymphatisch….da hat also ein deutscher Teeny mit einer Engländerin rumgemacht, und danach hat die den angezeigt, weil sie erst 13 war. Seien wir dochmal ehrlich….die Mädchen heutzutage sehen doch alle viel älter aus, als sie sind….oder? Und dann dafür gleich mal in einen türkischen Knast einzuwandern, mit Dorgendealern und Räubern in der selben Zelle….Arschvergew****gung wohl gleich inklusive……das ist ja wohl a bisl hart.

Aber was, wenn es gar nicht so ist, wie es die deutsche Presse dargestellt hat? Was wenn der das Mädchen wirklich im Schlaf missbraucht hat? Gibt es Beweise dafür, dass ihre Aussage nicht stimmt?

Da schreibt er jetzt „Für mich war das überraschend, ich fühlte mich beinahe überrumpelt. So wollte ich das nicht, jedenfalls nicht so schnell.

Ich kannte sie ja gar nicht richtig. Wie sollte ich mich bloß verhalten? Irgendwie sollte das doch romantischer sein, mit Liebe und Liebkosungen, langsam ausziehen und entdecken, mit allem Drum und Dran. Und nicht hier, mit einem anderen Mädchen daneben und zwei Freunden auf dem Balkon, die jede Sekunde hereinplatzen konnten.“ (Quelle bild.de  http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/27/marco-weiss/verhaengnisvolle-nacht-mit-der-englaenderin.html)

Jetzt mal ehrlich…wer schreibt sowas? Ich glaube dem jetzt nicht mehr richtig. Am Ende ist das Fazit des Buches wohl noch, dass sie ihn vergewaltigt hat, und nicht er sie……

Ein 16-17 Jähriger fühlt sich überrumpelt, wenn ein Mädchen ihm an die Wäsche will, nachdem er nachts mit ihr auf dem Hotelbett liegt? Na ja, Marco….ich kann mir zwar vorstellen, dass Du nach der ganzen Haft in der Türkei ein bischen Profit machen möchstest, aber schreib doch nicht so einen Mist.

Realistisch wäre gewesen „Ich war mit der ein paarmal in der Disco, die alte sah nicht aus wie 13 sondern wie 15, was sie mir auch gesagt hat….ich bin dann mit der aufs Zimmer, weil ich dachte, da geht noch was, und da ging auch was…und am nächsten Tag hat dann die Schlampe, ich weiss immer noch nicht warum,die ganze Haftzeit habe ich mich das gefragt, erzählt, ich hätte die im Schlaf vergewaltigt. Völliger Quatsch, hab ich nicht….und bei den ganzen besoffenen Engländerinnen wäre das auch gar nicht nötig gewesen“…..So, das wäre für mich ein realistischer Text gewesen.

Am Ende kann Marco doch eh nicht beweisen, dass er das gemacht hat, gnausowenig, wie das Mädchen wohl beweisen kann, dass er sie vergewaltigt hat. Am wenigstens mit so einem Buch!!!

Ein privater Eindruck von mir zu diesem Fall. Beste Grüße!

Comments (8) »

Die richtige Einstellung. Teil 3

face_sculpture_head_236619_l

Oft braucht es nicht mehr zum Glücklichsein, als die richtige Einstellung. Aber im laufe des Lebens gibt es Ereignisse die uns eine falsche Einstellung einschleichen. Zum Beispiel solche Ideen führen schnell zu einem unerfüllten Leben:

1.Wenn man niemandem traut, kann man nicht glücklich sein, weill auf einen nur Stress zu kommt. Stress ist von Haus aus ungesund und unangenehm. Es gibt viele Leute die von anderen profitieren, aber man kann nicht bei allen Menschen immer misstrauisch sein.

2. Manche Menschen denken, dass sie ihre wahren Gefühle verstecken müssen. So eine Idee kommt wohl aus der Kindheit, aber sie ist nicht richtig. Es ist sehr wichtig immer wieder seine Gefühle zu zeigen, aber nicht nur für einen selbst. Die Menschen um einen herum müssen auch die Gefühle der anderen kennen.

3. Eine Denkweise, die das Schablon Wenn, dann befolgt, ist schädlich. Dies ist eine Vereinfachung der Realität und nicht gesund. In der Realität kommt es nie wenn, dann, es gibt immer mehr Faktoren, und unerwartete Überraschungen.

4. Andere zu manipulieren macht niemanden Glücklich, sondern höchstens nur reich. Aber so kann man nicht glücklich sein weil man sich isoliert, und am Ende wird man von seiner eigenen Manipulation manipuliert.

5. Perfektionsiten sind selten glücklich. Wenn man manchmal ein perfektionist ist, ist es gut weil man gute Ergebnisse erreichen kann, aber es immer zu machen lohnt sich nicht weil man viel Zeit verliert und nichts dabei herraus kommt. Nicht alles muss perfekt sein.

Comments (1) »

Hölle Arbeitsplatz

pitman_shorthand_writing_659258_l1

Wer seine Arbeit nicht gerne macht, für den kann der tägliche Gang zur Arbeit eine Qual sein. Schon das Aufstehen wird dann zur Belastung, denn man scheut sich vor dem, was kommt. Nur in wenigen Fällen sind äußere Faktoren daran schuld, wenn jemand seiner Arbeit nicht gerne nachgeht, viel häufiger ist es die eigene Einstellung zu dem, was man tagein tagaus als seinen Lebensinhalt betrachten muss, ob man will oder nicht. Die Zeit am Arbeitsplatz nimmt nun mal einen großen Teil unseres Lebens in Anspruch und dementsprechend sollte man sich dort auch wohl fühlen.

Doch was tun, wenn das nicht so ist? Quält man sich den Rest des Lebens trotzdem dorthin oder sucht man eine Lösung? Es gibt inzwischen viele Bücher und Kurse die einem helfen, zu einem glücklichen Leben zu finden. Leider gibt es nur sehr wenig Ratgeber für ein glückliches Arbeitsleben. Arbeit muss eben erledigt werden, egal wie, Augen zu und durch. Dem ist aber nicht so, denn man hat sehr wohl in die Hand sein eigenes Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu gestalten. Die erste Regel ist ganz einfach und in meinen Augen schon 50% der Lösung. Man sollte nicht übermüdet zur Arbeit erscheinen. Wer seine Kraft tagsüber dafür benötigt um die Arbeitszeit überhaupt zu überstehen, der kann unmöglich an dem, was er macht Freude haben. Es dauert ein paar Tage seine Schlafgewohnheiten umzustellen, aber wer rechtszeitig ins Bett geht, der kommt auch ausgeschlafen ins Büro. Man muss am Abend vorher nicht bis zur letzten Late-Night-Show warten, bis man ins Bett geht. Besser ist es die letzte halbe Stunde vor dem Schlafen mit einem guten Buch zu verbringen, denn Lesen macht uns eher müde als Fernsehen. Guter Sex wäre übrigens auch mal eine Alternative, anstatt sich die Wiederholung eines Fußballspiels von 1979 anzusehen.

Fangt erst mal damit an diesem Tipp zu beachten und ich denke, den Rest schafft ihr dann schon alleine.

Leave a comment »

Deutsche auf Platz 1 der Pessimisten Europas

cappuccino_coffee_saucer_242206_l

Der im November präsentierte Datenreport 2008 des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung stellt fest, dass die Menschen zwischen Wesermündung und Großglockner Pessimisten sind.. Dafür hätte es nur wirklich keiner Studie bedurft, um herauszufinden, dass wir die Miesmacher Nummer 1 sind. Den Deutschen fehlt einfach eine Portion Gelassenheit, um auch schlechte Zeiten gutgelaunt zu überstehen. Aber schön, dass dies nun auch auf Kosten des Steuerzahlers statistisch belegt ist. Wofür wir alles Geld haben, ich staune immer wieder. Sind hier nicht noch Einsparpotentiale auf dem Bereich des nutzlosen Wissen? Oder kostet uns gar ein Demografisches Institut weniger, als wenn wir die Leute ins Job Center und auf Harzt IV setzen? Angesichts der Höhe der Lohnnebenkosten könnte man fast vermuten, es sei billiger diesen Datenmüll zu finanzieren, als noch mal 100.000 Arbeitslose mehr zu haben.

Aber zurück zu Thema: Wir Deutschen sind in Wahrheit keine Pessimisten, wir sind einfach nur Realisten, was ein großer Unterschied ist. Der Italiener feiert noch, während Villa Bacho schon beim Abwasch ist und Deutschland weint schon über die nächste Finanzkrise, während Frankreich noch versucht zu verstehen, warum ausgerechnet ein Spanier in einem französischen Auto Formel 1-Weltmeister werden musste. Während wir in Deutschland schon unsere Sparverträge auflösen um im Falle des Falles das nächste Flüchtlingsschiff rechtzeitig zu erreichen, diskutieren die Engländer noch darüber, ob Charles nun mit 60 Jahren König werden sollte oder nicht.

Man tut uns also Unrecht, wenn man uns als Pessimisten bezeichnet, denn wir sind einfach nur fortschrittlicher als unsere Nachbarn. In Großbritannien (wieso eigentlich noch „Groß“?) versuchen Fußballfans Maradona ins Jenseits zu befördern, weil vor etwa 20 Jahren mit seiner „Hand Gottes“ die englische Nationalmannschaft nach Hause geschickt hat. Wir hingegen belegen schon die ersten Sprachkurse Mandarin, weil wir wissen, dass in wenigen Jahren ein gut bezahlter Job ohne Chinesischkenntnisse nur noch schwer zu bekommen ist.

Die Deutschen haben eben Erfahrung mit dem Weltuntergang, denn schließlich haben wir ihn selber zweimal probeweise inszeniert. Wir sind diesmal zwar nur als Passagiere eingeschifft, aber ein richtiger Deutscher riecht, wann es bergab geht und bereitet sich entsprechend darauf vor. Die Franzosen dagegen haben bis heute nicht begriffen, dass der Cafe au lait inzwischen Cappuccino heißt.

Leave a comment »

Die richtige Einstellung. Teil2

everystockphoto_1429196_l

Mit der falschen Einstellung ist es sehr einfach unglücklich zu sein. Genau deshalb stelle ich euch noch fünf Ideen vor, die zu einer Einstellung führen die uns unglücklich macht:

  1. Sich ständig mit anderen vergleichen führt nicht nur zu Unzufriedenhait aber macht auch keinen Sinn, denn alle Menschen sind anders und auch sie sind ein ganz bestimmtes Gemisch aus guten und schlechten Sachen. Ihr Weg durchs Leben ist so einzigartig wie sie selbst.
  2. Nicht mit dem zufrieden zu sein was man hat, bringt das meiste Unglück. Besonders in der westlichen Zivilisation vergessen Menschen dass sie reich sind, egal wie arm sie sind, denn es gibt viele Menschen denen es zehn mal schlechter geht.
  3. Wenn man anderen ihre Fehler nicht verzeiht, verliert man sein soziales Umfeld und wird so schnell unglücklich. Alle Menschen machen Fehler, und meist machen sie die ohne es zu wollen, also braucht man nicht zu hart zu sein.
  4. Wenn man ständig nur an die Nachteile aller Situationen denkt, wird man deprimiert, und dies hiflt nicht zu einer Lösung. Die Nachteile sollten immer ausgewogen mit den Vorteilen betrachtet werden.
  5. Wenn man nicht die Verantwortung für sein Handeln übernimmt, kann man nicht im Leben schaffen und man wird schnell zu einem Fremden in seinem eigenen Leben.

Comments (1) »