Archive for März, 2009

Die Zeichen des Körpers erkennen

In meiner Schulzeit hat uns unsere Biologielehrerin vermittelt, wir sollten auf unseren Körper hören, er würde uns schon signalisieren, wenn wir krank sind und zum Arzt gehen müssten. Natürlich ist diese Aussage nicht grundsätzlich falsch, aber auch nicht vollständig richtig. Was bedeutet es, auf seinen eigenen Körper zu hören?

Leider ist unser Körper nicht mit einem automatischen Selbstdiagnoseprogramm ausgestattet, das uns erlauben würde, lediglich beim morgentlichen Aufstehen einen Selbstcheck zu starten und bei eventuellen Störungen mit dem entsprechenden Fehlercode zum Arzt zu gehen und Rat zu holen.

Wer mit 50 Jahren morgens aufsteht und keine Schmerzen hat, der ist tot“

Gerade ältere Menschen haben häufig Beschwerden, die weder besorgniserregend noch behandlungsbedürftig sind und trotzdem sind die Wartezimmer voll von besorgten Rentern. Man liest ja soviel. Früher gehörte in jeden Haushalt ein Lexikon mit allen häufigen und seltenen Erkrankungen. Man brauchte bei Bauchschmerzen nur im entsprechenden Kapitel nachschlagen und schon wusste man, dass man entweder ein Magengeschwür, einen Bandwurm oder aber wenigstens eine Fischvergiftung hatte. Dieses Buch ist nun durch das Internet ersetzt worden, was noch fleißiger genutzt wird. Inzwischen spricht man nicht mehr von Hypochondern, sondern von Cyberchondern. Diese Menschen prüfen online ihre Symptome und erleiden häufig Todesängste, bis sie endlich zum Arzt gehen, da sich sich nach einer Selbstdiagnose sicher sind, dass sie von Krebs bis AIDS aller Krankheiten haben, die sich zwischen Cap Horn und Grönland finden lassen. Besonders dramatisch wird es dann, wenn diese Menschen nicht mehr zum Arzt gehen, weil sie ja eh unheilbar krank sind.

Der Mittelweg ist der Richtige:

Werden sie nicht panisch, wenn ihnen etwas weh tut, denn es gibt dafür fast soviele mögliche Ursachen, wie es Menschen gibt. Natürlich sollten sie Zeichen des Körpers ernst nehmen, vor allem, wenn sie immer wieder auftreten oder besonders stark sind, aber sie brauchen sich nicht nach dreimal Husten gleich persönlich in die nächste Lungenheilanstalt einweisen lassen. Auch Ängste können krank machen, besonders die Angst davor, krank zu werden.

Lassen sie Augenmaß walten, gehen sie zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die für ihr Alter vorgesehen sind und denken sie nicht bei jedem kleinsten Schmerz, dass ihre letzte Stunde geschlagen hätte. Und vor allem glauben sie nicht jedes Schauermärchen, das man Ihnen erzählt, denn auch das kann einen krank machen.

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Das Tourette-Syndrom

„Die Krankheit mit den Ticks“ so oder so ähnlich erinnern sich viele, wenn sie von dieser Krankheit hören. Dabei handelt es sich in Wahrheit um eine neuropsychiatrische Erkrankung, die vor allem durch diese Ticks charakterisiert wird. Bei den Ticks um unkontrollierbare und plötzliche Bewegungen, die immer wieder auftreten.

Die Krankheit bricht fast ausschließlich vor dem vollenden des 21. Lebensjahrs aus. Meistens aber zwischen dem 7. und 8. Lebensjahr.
Das Auftreten der Ticks variiert sehr stark. Es kann ein oder mehrere Jahre anhalten, es kann in einer Woche, an einem Tag oder auch in einer Stunde eine Serrie von vielen Ticks geben und dann kann es wieder für mehrere Wochen gar keine Ticks geben. Dabei machen sich diese Ticks nicht nur in Form von Muskelzuckungen bemerkbar, sondern durchaus auch in Form von Lauten, die aber meistens im Verlauf der Krankheit wieder abgestellt werden.

Es ist allerdings möglich diese Ticks in einer bestimmten Art und Weise zu kontrollieren. Häufig können sie nicht verhindert werden, sondern lediglich aufgeschoben werden. Abgesehen davon, dass dies eine enorme Konzentration erfordert, kann dann die letztendliche Entladung der aufgestauten Ticks sehr viel stärker sein als das wenn diese Beispielsweise sofort bei auftreten „raus lässt“. Meist ist der Drang nach der Ausübung des Tics so stark, daß schließlich die Muskelzuckung oder die Lautäußerung doch stattfinden muss (vergleichbar mit dem Drang zum Niesen bzw. mit einem Schluckauf).

Das Auftreten dieser Symptome in der Öffentlichkeit führt oft zu komischen Blicken der Mitmenschen, die damit nichts anfangen können und anfangen zu gaffen. So ist es nicht verwunderlich, dass Mensch mit einem Tourette Snydrom sich häufig in eine geschützte Umgebung zurückziehen, um ihre Ticks frei herauslassen zu können. Dort werden meistens ganze Tick Serien entladen, die während des Schulbesuchs oder auf der Arbeit bestmöglich unterdrückt worden sind. Die Ticks nehmen typischerweise bei emotionaler Erregung, z.B. bei Lachen oder auch in Stresssituationen zu und nehmen bei einer Ablenkung des Betroffenen durch eine interessante Aufgabe, einem Computerspiel o.Ä. wieder ab.

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Achromatopsie – Was tun?

800px-eye_irisAchromatopsie ist auch bekannt unter dem Begriff Farbenblindheit. Sie ist eine seltene Farbsinnstörung, die vor allem bei Männern auftaucht. Dabei sehen die Betroffenen keine Farben,  sondern Kontraste. Sie kann angeboren oder sich auch im Laufe des Lebens entwickeln. Letzteres wird dann durch eine neurologische Störung der Farbwahrnehmung ausgelöst.

Der Begriff Farbenblindheit ist oft irreführend, da umgangssprachlich die Rot-Grün-Blindheit als Farbenblindheit bezeichnet wird. Bei dieser Erkrankung handelt es sich jedoch lediglich um eine Farbenfehlsichtigkeit (Farbenanomalie), die bei ca. 5 % der Bevölkerung (überwiegend Männern) vorliegt. Den Irrtum haben wir zum Teil sogar den Ärzten zu verdanken, da der Diagnoseschlüssel für Achromatopsie der gleiche ist, wie bei Farbenfehlsichtigkeit. Allerdings ist hier ein großer Unterschied, schließlich bedeutet Achromatopsie den vollständigen Verlust des Farbsinns und nicht nur eine Abschwächung. Weitere Symptomen sind geringe Sehschärfe und extreme Blendungsempfindlichkeit.

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