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Dann klappt´s auch mit dem Nachbarn

Wie wichtig für uns gute nachbarschaftliche Verhältnisse sind, das merken wir in der Regel erst dann, wenn sie nicht mehr gut sind. Wenn man Tür an Tür wohnt und der Nachbar um bei jeder kleinsten Störung gegen die Wand klopft oder gar die Polizei ruft.

Um das zu verhindern, ist es wichtig vom Einzug an einen guten Kontakt zum Nachbarn zu pflegen. Am besten man macht eine kleine Einzugsparty, zu der dann auch alle Nachbarn eingeladen sind. Schließlich will doch jeder wissen, wer da jetzt wohnt und je vertrauter einem die Nachbarn sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme gibt. Oft ist eine Mietergemeinschaft auch traurig darüber, dass der Vormieter ausgezogen ist, weil man sich mit ihm gut verstanden hat und man sich gegenseitig geholfen hat. Auskünfte darüber einzuholen ist sinnvoll, um sich selber ein Bild über die Hausgemeinschaft zu machen. Odt helfen sich Nachbarn dabei die Blumen zu gießen, wenn der andere im Urlaub ist oder einfach nur mal nach dem Rechten zu sehen.

In Deutschlands Großstätten herrscht inzwischen eine so große Anonymität, dass Nachbarn selbst nach vielen Jahren des Zusammenlebens so gut wie nichts übereinander wissen. Das fördert natürlich auch das Getratsche und die Verbreitung von Gerüchten, die einem eventuell sogar das Leben schwer machen können. Diese Anonymität aufzubrechen ist die Aufgabe der Menschen, so dass es nicht mehr vorkommen kann, das alte Menschen teilweise monatelang tot in ihrer Wohnung liegen, ohne das jemand ihr Fehlen bemerkt.

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Selbsthilfe oder Selbstjustiz

Zwischen beiden Begriffen besteht ein inhaltlich veritabler Unterschied, doch die Grenzen verschwimmen, wenn man nicht in der Lage ist sich zu kontrollieren oder bestimmte Dinge dem Fachmann zu überlassen.

Nehmen wir mal einen Streit unter Nachbarn an, wie er millionenfach in Deutschland an der Tagesordnung ist. Der eine tut, was dem anderen nicht gefällt und schon ist der Zoff vorprogrammiert. Natürlich sind beide Parteien uneinsichtig und so kommt es über kurz oder lang zu einer prächtigen und ausgewachsene Reiberei zwischen an sich ja erwachsenen Menschen. Ist die Wut über den unverschämten Tunichtsgut von gegenüber groß genug geworden, so kommen die ersten Rachegelüste auf, denn schließlich stielt dieser einem ja den Frieden und wohlverdienten Feierabend. Der Phantasie sind ab jetzt keine Grenzen mehr gesetzt. Anstatt fröhlich und zufrieden mit der Familie am Abendbrottisch zu sitzen, grübeln sie darüber nach, wie man der Hackfresse von Nr. 34 eins auswischen kann, ohne sich dabei erwischen zu lassen. Strafrechtliche relevante Ideen werden schon mit einem zukünftigen Alibi abgesichert, denn man möchte natürlich nicht ins Gefängnis gehen. Die einfachsten Methoden dem geistigen Tiefflieger eins auszuwischen, sind allen hinlänglich bekannt. Man kann unter seinem Namen Zeitschriften abonieren, in Versandhäusern bestellen, um 3.00 Uhr morgens 20 Taxen anrücken lassen, auch der Pizzabote freut sich über jede Bestellung von Hausnummer 34. Die Zeugen Jehovas kommen von nun an regelmäßig zu Besuch und haben sie die E-Mail der Ehefrau ausfindig gemacht, erreichen diese täglich Nachrichten von Frauen, die sich für die wunderbare Nacht bedanken und eine Kiste von dem Bier haben wollten, dass so herrlich auf ihrem Bauchnabel gekribbelt hat. Eigentlich sollten diese Maßnahmen ja schon ausreichen, um dem anderen zu zeigen, dass man der Stärkere ist, aber wider allen Erwartens wurde dieser letzte Nacht nicht in die geschlossene Anstallt eingeliefert, sondern hat seinerseits zum Gegenschlag ausgeholt. Beim morgentlichen Gang zum Briefkasten finden sie Kater Armin etwas steifer als sonst im Vorgarten liegen, daneben die blutige Schaufel, an der leider später keine Fingerabdrücke gefunden werden können. Auf dem Rückweg ins Haus lässt sich das Türschloss nicht mehr öffen, da es mit Sekundenkleber unbrauchbar gemacht wurde. Natürlich ist es kein Zufall, dass die eigene Frau gerade übers Wochenende zur Mutter gefahren ist und sie in den sauren Apfel beissen und für 350.- EUR den Schlüsseldienst kommen lassen müssen, um die Tür zu öffnen und das Schloss zu wechseln. „Jetzt ist er aber zu weit gegangen. Das lasse ich mir nicht mehr bieten, dafür wird er bezahlen.“ In einem Online-Spiel hätten sie an dieser Stelle das Level 2 erreicht. Herzlichen Glückwunsch.

Für Tötungsdelikte ist ja eigentlich die Mordkommision zuständig, doch trotz aller Beteuerung, dass Kater Armin für sie wie ein Familienmitglied war, kommt erstmal nur der Streifenwagen, dem sie noch letzte Woche einen Strafzettel wegen Falschparkens zu verdanken hatten. Man macht sie darauf aufmerksam, dass bisher Beweise dafür fehlen, dass Nachbar Emil Horstkötter der Täter war und so entschließen sie sich notgedrungen auf den Jahresurlaub zu verzichten und statt dessen lieber eine Videoüberwachung mit Bewegungsmelder für 5000.- EUR am gesamten Grundstück anzubringen. Haben sie das vollbracht, sind sie auch schon schwubsdiwubs zu Level 3 aufgestiegen, denn die heimgekehrte Ehefrau hat keinesfalls dafür Verständnis, dass der geplante Urlaub in der Karibik ausfallen soll. Wurde der Streit bisher nur mit ihrem Nachbarn augetragen, so haben sie ab jetzt auch noch Frau und Kinder gegen sich. Aber was solls, viel Feind, viel Ehr.

Dummerweise befindet sich auf dem Grundstück des Nachbarn schon lange eine Überwachungsanlage, so dass ihnen auf diesem Gebiet die Hände gebunden sind. Die Versandhäuser haben seine Anschrift inzwischen europaweit sperren lassen und auch die adoptierten vietnamesischen Zwillinge mussten wieder ins Heim zurückkehren. Für weitere Strafaktionen ist also die Luft dünner geworden und juristisch lässt sich gegen den Sportsfreund von gegenüber nichst unternehmen. Aber wer jetzt schon so dicht an der höchsten Spielstufe angelangt ist, der kann und will nicht mehr zurück. Um Level 4 zu erreichen, müssen sie jetzt lediglich noch für wenigstens 3 Tage in Untersuchungshaft, ihre Frau muss sie samt Kinder verlassen und zur Mutter ziehen. Am einfachsten bekommen sie das hin, indem sie ihrem Chef einen Grund geben, sie zu feuern. Da die Verhältnisse in jedem Betrieb andere sind, kann ich hier keine allgemeingültigen Vorschläge machen, aber ein kleiner Diebstahlsversuch, um die Kosten für die Videoüberwachung wieder reinzuholen, sollte bei den meisten Arbeitgebern ausreichen.

Ab Level 4 lautet die Devise „ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich völlig ungeniert“. Sie haben jetzt freie Hand. Keine Frau mehr, die sie versucht zur Vernunft zu bringen, keine lästigen Arbeitszeiten, die sie daran hindern ganztags ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugegen und sie haben auch nichts mehr zu verlieren. Sie beginnen nun dem Nachbarn die Bremsleitungen am Auto zu zerschneiden, legen verkleidet als Briefträger in seinem Garten Feuer, zeigen ihn bei der Polizei wegen Raub, Vergewaltigung und Mordes an, denunzieren ihn beim Finanzamt, füllen mit seinen Bankdaten und gefälschter Unterschrift Überweisungsträger aus, die als Empfänger einen Osama Bin Laden aufweisen. Dem eingetroffenen Staatsschutz erklären sie, dass sich in den letzten Wochen auffällig viele arabisch aussehende Studenten in dem Haus ihres Nachbarn herumgetrieben hätten. Dank einer Spende von 500 EUR bestätigt der ortliche Privatflugplatz, dass diese Studenten versucht hätten Flugstunden zu nehmen.

Im Namen aller Blogger dieser Welt gratulieren wir ihnen, sie haben das Spiel gewonnen. Sie müssen ab nun nicht mehr mit ansehen, wie ihr Nachbar seinen Wagen ungetraft und entgegen der Fahrtrichtung genau vor ihrem Küchenfenster abstellt. Sie haben sich erfolgreich selber geholfen und den deutschen Gerichten damit eine Menge Arbeit und Ärger erspart.

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Hunde verscheuchen

Ich habe ja nichts gegen Tiere, auch nichts gegen Haustiere, im Besonderen nichts gegen Hunde, aber wann ich morgens aufwache, bestimme ich doch gerne selber. Es ist Sonntag morgens um 6.00 Uhr und unser allseits geliebter Nachbar schickt seinen Waldi vor die Tür zum pinkeln. Da dieser natürlich seine Freude darüber zum Ausdruck bringen möchte, bellt er erstmal fünf Minuten. Bei seinem Streifzug durch den Garten ist dann hier und da noch ein Vogel zu verscheuchen oder ein Gespräch mit dem Hund zwei Kilometer entfernt zu halten. Ich hingegen befinde mich gerade im wohlverdienten Sonntagsschlaf, was aber weder Waldi noch dessen Besitzer interessiert. Der Stolz über seinen gesunden Racker ist größer als das Bewusstsein, dass die jüngere, arbeitende Bevölkerung um diese Zeit noch schläft, da sie im Gegensatz zu ihm nicht unter der Woche mittags von 13.00 bis 15.00 Uhr schlafen kann.

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten diesem Ärgernis zu begegnen, wobei ich die illegalen Wege ich hier nicht besprechen werde. Auch die Anzeige bei der Polizei ist nur das letzte Mittel, denn in der Regel bringt es nicht viel. Hilfreicher ist hier die Selbsthilfe. Es gibt zum Beispiel Ultraschallgeräte, die mit einem Bewegungsmelder versehen sind und für den Hund unangenehme Töne senden, die wir Menschen nicht hören können. Auch Hundepfeifen im Ultraschallbereich sind eine Möglichkeit. Hier müsste man sich eine Weile die Mühe machen, immer dann, wenn der Hund bellt, den für ihn unangenehmen Ton zu senden. Nach kurzer Zeit wird er den Zusammenhang lernen und nicht mehr bellen.

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