Archive for August, 2008

Notorischer Störenfried oder wehrhafter Bürger?

In München ist ein ehemaliger Werbetexter, Dichter, Verleger und Besitzer eines Kamelgestüts für einen Tag ins Gefängnis gegangen, weil er eine Ordnungsstrafe von 25,- EUR nicht bezahlen wollte. Um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen und den Behörden zu zeigen, was er von ihnen hält, hat er seine Haft kurzerhand auf dem Rücken eines Kamels angetreten.

Der Mann hatte bereits so Erfahrung mit Behörden – und mit Gerichten. Mal fühlte er sich selbst beleidigt, häufiger beleidigte er andere. Als ihm zwei Motorradfahrer den Mittelfinger zeigten, schrieb er an das Polizeipräsidium: „Ich kann die Frau leicht wiedererkennen, weil sie bemerkenswert hässlich war. Den Motorradfahrer möchte ich nicht anzeigen, weil er mit seiner hässlichen Frau schon genug gestraft ist.“

Auch in der Angelegenheit, die ihm schließlich die Haftstrafe eingebracht hatte, gab es bereits eine Vorgeschichte. Am Rand der Rennbahn, wo sich auch das Kamelgestüt unseres tapferen Schneiderleins befindet, gibt es eine ungepflegten Grünstreifen, den dieser gerne als Parkplatz nutzt. Schon in der Vergangenheit hatte er dort verschiedene Strafzettel kassiert, aber jedesmal erfolgreich Einspruch einlegen können, da man bei der Münchener Staatsanwaltschaft erkannt hatte, dass ein Stück ungepflegtes Grün voller Unkraut nicht unter dem Schutz der Grünanlagensatzung stehen könne. Diesmal hatte der Regierungsdirektor aber kein Einsehen und bestand auf der Zahlung des Ordnungsgeldes, da, Grünanalage hin oder her, der Platz nicht zum Abstellen von Fahrzeugen geeignet sei.

Nachdem unser Störenfried seine Haftstrafe jetzt abgesessen hat droht ihm bereits weiteres Ungemach, denn in der Staatsanwaltschaft ist man der Meinung, dass dort keine Kamele arbeiten und will nun eine Anzeige wegen Beamtenbeleidung stellen. Aber auch darauf freut sich der streitbare Kämpfer für Gerechtigkeit. Er will dann mit einem weißen Kamel und schwarzer Robe zum Termin erscheinen. Für eine Fortsetzung der Episode scheint also gesorgt. Was der Steuerzahler zu dem Kleinkrieg sagt, der die Staatskasse viel Geld kostet und weder zur Herstellung noch zur Wahrung der öffentlichen Ordnung geeignet erscheint, hat bisher niemanden interessiert. Vielleicht werden wir in ein paar Monaten wissen, ob die Kamele vielleicht doch nicht nur im Stall an der Rennbahn sitzen.

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Sitzheizung röstet die Männlichkeit

Die Natur wusste schon, wieso sie die Hoden des Mannes nicht geschützt im Körper gelagert, sondern etwas gefährlicher, dafür aber kühler im aussenliegenden Hodensack untergebracht hat, denn Spermien überleben nicht dauerhaft bei Temperaturen von mehr als 37 Grad Celsius.

Nach jahrelangen Forschungen auf dem Gebiet der Verhütung ist es nun der Automobilindustrie gelungen unerwünschte Schwangerschaften zu verhindern. Man(n) setze sich einfach regelmäßig für ein paar Stunden am Tag auf einen beheizten Autositz und schon ist es vorbei mit der „Herrlichkeit“, denn sie haben ihr Prachstück gegart und gekochte Eier machen keine Kinder. Ich weiß nicht, ob schon Patentanmeldungen vorliegen, aber sicherlich wird es nicht lange dauern, bis sie den Eiergrill auch für die gute Stube erwerben können.

Bereits nach einer Stunde auf einem beheizten Autositz lag die Hodentemperatur bei durchschnittlich 37,3 Grad Celsius, wie Gießener Forscher gemessen haben. Bei Männern, die die Heizspirale ausgeschaltet ließen, waren die Hoden im Durchschnitt nur 36,7 Grad warm, wie das britische Fachmagazin „New Scientist“ berichtet. Inwieweit das Erhitzen der Hoden die Qualität oder die Anzahl der Spermien selbst beeinträchtigt, war nicht Gegenstand der Studie, aber seien sie sicher, die Fischsuppe, die sich dann noch in ihren Samenleitern befindet, die können sie auch in die fruchtbarste Gebährmutter spritzen, da passiert nicht.

Also dann, auf ins nächste Autohaus und ihre alte Kiste mit Sitzheizung ausgestattet. Schon bald können sie beruhigt auf Pille, Kondom, Spirale & Co verzichten. Allerdings bringen sie mir nicht ihre Kinder vorbei, falls es nicht geklappt hat. Und um auf Nummer sicher zu gehen, schauen sie auch mal im Verhütung Forum nach.

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US-Blogger verhaftet

Wie der Nachrichtendienst von Yahoo heutet meldet, ist in Amerika ein Blogger verhaftet worden, weil er bisher unveröffentlichste Songs der Band Guns N‘ Roses auf seinem Blog bereitgestellte hatte. Das FBI verhaftete den Mann wegen Verstoßes gegen das Urheberrechtsgesetzes. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahren Haft und vermutlich auch eine Schadensersatzforderung.

Nicht gemeldet wurde, wie der Blogger überhaupt in den Besitz der Songs gekommen ist. Bei der heutigen Marktlage wäre es nicht unmäglich, dass es sich nur um einen Werbegag von Guns N‘ Roses handelt, denn die Devise heisst ja „Publicity um jeden Preis“. Erlaubt ist, was Erfolg hat, ob dabei die Verbraucher getäuscht und verarscht werden, spielt keine Rolle. Um den Gedanken mal zu Ende zu denken, überlegen wir doch mal, wie so eine Geschichte funktionieren könnte. Sie suchen sich jemanden, der einen aktiven Blog betreibt und bezahlen im 500.000 EUR dafür, dass er die von Ihnen bereitgestellten Songs veröffentlicht. Der Mann wird auf Grund ihrer Strafanzeige hin verhaftet, sie bekommen kostenlos große Presse in allen Medien und schon ist ihr neues Album bestens promotet. Wenn die erste Welle der Aufmerksamkeit vorbei ist, ziehen sie ihre Strafanzeige zurück und der Mann kommt nach 3 Monaten Untersuchungshaft wieder aus dem Gefängnis. Bei einem Monatslohn von 130.000 EUR kann er sich für das gute Geschäft bedanken und auch sie können zufrieden sein, denn für 500.000 EUR kommen sie sonst nicht in alle Tageszeitungen und TV-Nachrichten. Eine klare Win-Win-Situation

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Kuckuckskinder: Mutter in Beugehaft

Heute habe ich bei Bild online einen Artikel über Kuckuckskinder gelesen, denn ich gerne hier kurz kommentieren möchte.

Der 41, Jährige Thomas M.aus Offenbach (Hessen) hatte vor knapp 19 Jahren einen One Night Stand mit Ramona S.(38)  die er damals auf einer Party kennenlernte. Nach 9 Monaten erführ er von der Geburt eines Sohnes, als dessen Vater Ramona S. ihn angegeben hatte.

Thomas M. zahlte seitdem Alimente für “seinen” Sohn Patrick. Insgesamt 25.000 Euro.

Da Thomas M. keinerlei Ähnlichkeiten zu Patrick finden konnte, mehrten sich im Lauf der Jahre die Zweifel an seiner Vaterschaft. Ein heimlicher DNA Test, mittlerweile Verboten, brachte ihm schließlich die Gewissheit, dass seine Vaterschaft im aboluter Sicherheit auszuschließen sei. Thomas M. wollte nun vom leiblichen Vater seine bezahlten Alimente zurück, aber Ramona S. weigert sich dessen Identität preiszugeben. Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Ramona S. in Beugehaft genommen warden kann, bis sie den leiblichen Vater ihres Sohnes benennt.

Als Frau möchte ich sagen, dass mir die Männer, die jahrelang emotional und wirtschaftlich für ein Kind einstehen müssen, das nicht das ihre ist, sehr leid tun.

Ich empfinde es als legitim, dass Männer (oder auch Frauen) einen heimlichen Vaterschaftstest durchführen können. Sollte sich der Zweifel nicht bestätigen, so ist das doch die eleganteste Lösung. Und ist der Zweifel berechtigt, dann muss der Mann zu seinem Recht kommen, bzw. aus seinen unrechtmäßigen Pflichten entlassen warden.

Unerträglich ist es aber meiner Meinung nach, dass immer vom Persönlichkeitsrecht des Kindes gesprochen wird, wobei doch viel eher die Promiskuität der Mutter geschützt werden soll. Wie kann man das Persönlichkeitsrecht eines Kindes denn mehr ignorieren , indem man ihm seine wahren biologischen Wurzeln vorenthält?

Hier gilt es umzudenken und den Vätern mehr Rechte einzuräumen

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