Deutsche auf Platz 1 der Pessimisten Europas

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Der im November präsentierte Datenreport 2008 des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung stellt fest, dass die Menschen zwischen Wesermündung und Großglockner Pessimisten sind.. Dafür hätte es nur wirklich keiner Studie bedurft, um herauszufinden, dass wir die Miesmacher Nummer 1 sind. Den Deutschen fehlt einfach eine Portion Gelassenheit, um auch schlechte Zeiten gutgelaunt zu überstehen. Aber schön, dass dies nun auch auf Kosten des Steuerzahlers statistisch belegt ist. Wofür wir alles Geld haben, ich staune immer wieder. Sind hier nicht noch Einsparpotentiale auf dem Bereich des nutzlosen Wissen? Oder kostet uns gar ein Demografisches Institut weniger, als wenn wir die Leute ins Job Center und auf Harzt IV setzen? Angesichts der Höhe der Lohnnebenkosten könnte man fast vermuten, es sei billiger diesen Datenmüll zu finanzieren, als noch mal 100.000 Arbeitslose mehr zu haben.

Aber zurück zu Thema: Wir Deutschen sind in Wahrheit keine Pessimisten, wir sind einfach nur Realisten, was ein großer Unterschied ist. Der Italiener feiert noch, während Villa Bacho schon beim Abwasch ist und Deutschland weint schon über die nächste Finanzkrise, während Frankreich noch versucht zu verstehen, warum ausgerechnet ein Spanier in einem französischen Auto Formel 1-Weltmeister werden musste. Während wir in Deutschland schon unsere Sparverträge auflösen um im Falle des Falles das nächste Flüchtlingsschiff rechtzeitig zu erreichen, diskutieren die Engländer noch darüber, ob Charles nun mit 60 Jahren König werden sollte oder nicht.

Man tut uns also Unrecht, wenn man uns als Pessimisten bezeichnet, denn wir sind einfach nur fortschrittlicher als unsere Nachbarn. In Großbritannien (wieso eigentlich noch „Groß“?) versuchen Fußballfans Maradona ins Jenseits zu befördern, weil vor etwa 20 Jahren mit seiner „Hand Gottes“ die englische Nationalmannschaft nach Hause geschickt hat. Wir hingegen belegen schon die ersten Sprachkurse Mandarin, weil wir wissen, dass in wenigen Jahren ein gut bezahlter Job ohne Chinesischkenntnisse nur noch schwer zu bekommen ist.

Die Deutschen haben eben Erfahrung mit dem Weltuntergang, denn schließlich haben wir ihn selber zweimal probeweise inszeniert. Wir sind diesmal zwar nur als Passagiere eingeschifft, aber ein richtiger Deutscher riecht, wann es bergab geht und bereitet sich entsprechend darauf vor. Die Franzosen dagegen haben bis heute nicht begriffen, dass der Cafe au lait inzwischen Cappuccino heißt.

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