Narrow minded

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Kleingeistige Leute gibt es auf der Welt leider mehr, als man denkt. Wie wir in den letzten Wochen gesehen haben, sind davon auch einige bei der Deutschen Bahn beschäftigt, ihres Zeichens als „Schaffner“

Ursprünglich war der „Schaffner“ der Vermögensverwalter einer Stadt oder eines Klosters, noch heute nennen die Freimaurer ihren Ökonom „Schaffner“. Die Deutsche Bahn hat sich wohlweislich vor einigen Jahren von dem Ausdruck getrennt, der den Verdacht aufkommen lassen könnte, dass es sich bei den „Zugbegleitern“ im das rollende Inkassounternehmen der Bahn handelnt. Selbstverständlich sind die Aufgaben der Fahrscheinkontrolle nur lästiges Beiwerk, viel lieber kümmern sich die Zugbegleiter um das leibliche Wohl der Fahrgäste, servieren Kaffee und Frühstück, geben gerne und bereitwillig Auskünfte jeder Art und freuen sich, wenn sie einen Fahrgast zufrieden und glücklich ans Ziel gebracht haben. Soviel zur Theorie.

Als ich das letzte Mal mit der Deutschen Bahn gefahren bin, war ich im Nachtzug unterwegs. Es gibt Menschen, die Nachts schlafen um am Tage wach zu sein. Unter den Zugbegleitern scheint sich dies nicht herumgesprochen zu haben. Ständig wurde ich geweckt, weil das Personal lautstark Fahrscheinkontrollen durchführten. Der Höhepunkt war dann der Moment, wo sich drei Schaffner gleichzeitig neben meinem Ohr versammelt hatten, um einem Polnischen Reisenden einen Fahrschein zu verkaufen. Die erste Klette im blauen Kleid hatte dem Fahrgast einen Fahrschein für 50.- EUR andrehen wollen. Da dieser mit dem Preis nicht einverstanden war, machte sich die Dame freundlicher Weise auf die Suche nach einem günstigen Tarif. Durch die Unterbrechung der aufmerksam gewordenen Kollegen heilten sofort zur Hilfe. Lautstark wurde im Nachtzug diskutiert, was es denn alles für mögliche Tarife geben könne, ob der Mann, der nur 30.- EUR dabei hatte nun an der nächsten Station aussteigen müsse oder ob sich nicht doch noch mit List und Tücke ein Sondertarif im Dschungel der Preise finden lässt. Wie sagt seinerseits unsere damalige Verkehrsministerin Renate Künast unter Anspielung auf einen Ikea-Werbeslogan in einer Bundestagsdebatte: „Fahren sie schon oder rechnen sie noch?“

Ich finde es einen Skandal, das ein Unternehmen, das den Vorständen Millionen an Boni zahlen möchte, einer derart schlechten Service bietet und die Kunden behandelt wie lästiges Vieh. Der Höhepunkt aller Bahnskandale sind aber die Vorgänge der letzten Wochen, wo trotz entsprechendem Presse-Echos immer wieder junge Mädchen im Dunkeln in der Pampa abgesetzt werden, weil sie ihren Fahrschein vergessen haben. Ich brauche die Vorfälle hier nicht zu schildern, wir haben sie alle gelesen. Scheinbar lesen Bahnmitarbeiter aber keine Zeitung, sonst kann man sich nicht erklären, dass das Aussetzen von Kindern kein Ende nimmt. Ich hoffe, dass die Täter ihre gerechte Strafe bekommen und ich hoffe, dass der Bahnvorstand inklusive Verkehrsminister in Kürze zurücktreten müssen.

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1 Response so far »

  1. 1

    papa_frosch said,

    und immer und immer weiter so !! Die „armen“ Ausländer ! Wer fahren will, soll zahlen ! Sonst kann er laufen ! Hauptsache den Arsch im warmen und dann auch noch Dumm stellen, wenn es heist das kostet hier Geld !! Ihr seid mir die richtigen !! Auto kostet auch Geld beim tanken !!


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