Begräbnisrituale


Begräbnisrituale unterliegen einen ständigen Wandel. Nicht nur zwischen den Konfessionen oder Ländern gibt es Unterschiede, sondern ebenso zwischen den Verschiedenen Jahrhunderten. In den meisten Ländern achtet der Staat das Selbstbestimmungsrecht der Menschen, doch in Deutschland, wer hätte es anders vermuten können, muss alles reguliert werden. Wer den Opa gerne im Garten des Hauses beerdigen möchte, in dem er sein ganzes Leben verbracht hat, der wird auf Granit beißen, selbst wenn es nur ein Urnenbegräbnis ist.

Früher lag in den deutschen Gemeinden der Friedhof zentral im Dorf oder der Stadt, eben dort, wo auch die Kirche war, wo man von Taufen, über Heirat bis zum Begräbnis alle kirchlichen Feste beging. Durch das Bevölkerungswachstum, und vermutlich auch aus hygienischen Gründen, wurden die Friedhöfe an den Rande verlegt, wo die Toten nicht mehr in der Mitte der Gesellschaft, sondern abseits und am Rande gelagert, zur letzten Ruhe finden

Früher waren in Deutschland die Kirchen für das Begräbnis zuständig, heute sind es kommerzielle Firmen, die ein Geschäft mit dem Tod machen. Die Beerdigung wird zu einer Dienstleistung, die sie noch zu Lebzeiten gestalten, buchen und bezahlen können. So kann Oma dann aus dem Leben scheiden, ohne den Kindern finanzielle zu Lasten zu fallen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Einäscherungen im christlichen Europa völlig selten. Niemand wollte auf dem Weg in den Himmel vorher verbrannt werden, denn schließlich glaubte man ja auch an Reinkarnation und ein Leben nach dem Tode. Mit der zunehmenden Abwendung vom Glauben, aber vielleicht auch aus Rückbesinnung auf Traditionen der vorchristlichen Zeit, begannen Urnenbegräbnisse ihren Siegeszug, natürlich unterstützt durch die beiden Weltkriege.

Wer aber unter Umgehung der deutschen Gesetze trotzdem im eigenen Garten bestattet werden möchte, dem bietet Spanien eine Alternative an. Die Einäscherung erfolgt in Spanien und bei der Rückführung der Asche wird sie vermischt mit Sand als „Friedhofserde“. Wer möchte, der kann sich aber auch in der Schweiz mit Blick auf die Alpen bestatten lassen – ein Vorteil, der nur durch die liberaleren Gesetze unserer Nachbarn möglich ist.

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