Hungernde Menschen sind ein Zeichen unserer Armut

Menschen sterben, aber nicht etwa eines natürlichen Todes, sondern weil sie zu den Schwachen der Gesellschaft gehören. Seit Darwin gilt das Recht des Stärkeren und wir müssen uns keine Sorgen mehr machen, wenn unsere Brüder und Schwestern in der Dritten Welt verhungern. Das dieses Denken irgendwann auf uns zurückfallen wird, versteht sich für mich eigentlich als selbstverständlich. Irgendwann werden wir vielleicht einmal Hilfe brauchen, irgendwann werden vielleicht wir einmal die Schwächeren sein, aber auf die Gnade unsere Beherrscher brauchen wir nicht zu hoffen, denn sie haben ihre Lektion ebenso gelernt wie wir.

Junge Menschen die nach Deutschland einwandern verachten oft die Menschen, die hier leben. Sie verachten uns nicht, weil wir ungebildet sind, weil wir arm sind oder weil wir christlichen Glaubens sind. Sie verachten uns, weil wir herzlos und unmenschlich sind. Ich rede natürlich nicht von den Ausnahmen, die es glücklicher Weise in großer Anzahl gibt, aber ich rede von unserer Politik, von unserer Weltanschauung und ich rede von unserer sinnlosen Verschwendungssucht. Während in der Dritten Welt Kinder verhungern und verdursten, während in Afghanistan und im Irak Menschen durch Waffen sterben, die in Europa und Amerika hergestellt wurden, solange sitzen wir zuhause im Warmen und beschweren uns über das schlechte Fernsehprogramm.

Viele Menschen die aus armen Ländern zu uns kommen, sei es zu Besuch oder für länger, können nicht verstehen, dass wir, die gebildeten und reichen Deutschen nichts unternehmen. Das wir zusehen, wie die Folgen der Kolonialzeit bis heute andauern. Fairer Handel findet selten statt, wir zahlen zwar Entwicklungshilfe, doch ist das einen Tropfen auf den heißen Stein, zumal diese Hilfe nichts selten in den Händen von Diktatoren landet.

Für mich ist der Anblick hungernder Menschen in Afrika nicht in erster Linie ein Zeichen für deren Armut, sondern vielmehr ein Zeichen der Armut der Industriestaaten, die zwar in der Lage sind die Missstände zu beheben, aber nicht genug Energie und Willen besitzen, um dies auch zu tun.

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1 Response so far »

  1. 1

    Es ist schrecklich was in den armen Länder passiert.Das Problem ist ,dass die Menschen nicht genug informiert sind uber das was in der sogenannten „Dritte Welt“ geschieht.Dass Menschen dort von Durst sterben wahrend wir sauberes Trinkwasser verschwenden ,ist unglaublig.


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