Scheidungsparty

Was mir selber schon vor Jahren durch den Kopf gegangen ist wird jetzt zu einem neuen Trend in den USA. Man feiert nicht nur Hochzeiten mit Pomp, sondern auch die Scheidungen. Eigentlich eine logische Entwicklung, denn immer mehr Menschen lassen sich scheiden und es gibt keinen Grund die neugewonnene Freiheit nicht auch gebührend zu feiern. In Amerika wird genau wie in Deutschland inzwischen etwa jede zweite Ehe wieder geschieden. Für Devorce-Party-Planer ist das ein riesen Markt, den es gilt nun zu erobern.

Auf den Partys nach jetzigem Muster kommen frisch geschiedene Menschen zusammen, lästern öffentlich über den Ex, singen zusammen „Love is a battlefield“ und werfen ihre Eheringe ins Klo. Danach wird getanzt, gegessen und getrunken was das Zeug hält. Bei so viel Freude und Ausgelassenheit über das Ende der Gefangenschaft fallen sich natürlich auch wildfremde Menschen in die Arme und es würde mich nicht wundern, wenn Scheidungspartys in Zukunft nicht als ideale Single-Börsen gelten. Natürlich sollte dann auch immer ein Standesbeamter anwesend sein, falls ein neugefundenes Paar gleich wieder heiraten möchte. Auch für alle, die über die Scheidung vielleicht gar nicht so glücklich sind ist es ein Ort, an dem man Gleichgesinnte treffen kann, gemeisame aktive Trauerarbeit in Form von Flüssigkeitsaustausch ist doch bekanntlich die effektivste Art, um über den Verlust eines Partners hinwegzukommen.

Betrachtet man den enormen Nutzen von Scheidungspartys, so kann man sich nur fragen, wie die Menschheit bisher ohne sie auskommen konnte. Ganze Branchen könnten von diesen Partys profitieren. Wer seine Scheidung in Form eines Wellnesswochenendes bucht, der ist sicherlich bereits eine beträchtliche Summe auf den Tisch zu blättern, denn so oft lässt man sich nicht scheiden und da darf es ruhig mal etwas Besonderes sein. In Zukunft werden Freunde und Verwandte bei der Hochzeit eines Paares gleich die Gutscheine für eine Luxus-Scheidung verschenken, damit alles von Anfang bis Ende eine runde Sache wird.

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2 Antworten so far »

  1. 1

    Ja mann kann sich sicherlich die Frage stellen warum das Profit-potenzial dieses Geschaeftes nicht frueher einzusehen war. Es koennen auch moeglicherweise ganze Branchen in diesem Gebiet enstehen. Es bleibt aber nur die soziale Frage: Wie stehe ich 2 Metern entfernt von einer Person von deren ich mich trenne und versuche gluecklich zu sein?

  2. 2

    Kreativ sind Leute sicherlich. Was bleibt uns denn zu erfinden? Begrabungen als Musical? Warum scheint dass genauso moeglich zu sein?


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