Flexibilität oder Jobhopper

Wenn ein 35-jähriger Maurer, der in seinem Beruf keine Anstellung findet, eine Umschulung zum Mediengestalter macht, weil ihm das Arbeitsamt gesagt hat, dort seien die Chancen besser, dann gilt er in den Augen der Gesellschaft als flexibel. Er passt sich dem Arbeitsmarkt an, um nach entsprechender Umschulung auf einem neuen Gebiet Arbeit zu suchen. Und natürlich bleibt ihm ja die Mäglichkeit erhalten, trotzdem wieder als Maurer zu arbeiten, wenn er eine Anstellung findet.

Bewirbt sich aber dieser Umschüler mit einem durchaus guten Zeugnis bei einem Unternehmen, so wird er beim Personalchef auf ganz eigenartige Vorurteile treffen. Man stuft ihn als eine Art Job-Hopper ein. Als jemanden, der unstetig ist, der nicht weiß was er will, der grob gesagt sein Fähnchen in den Wind hängt. Der Personalchef bevorzugt bei gleicher Qualifikation Leute, die ihrem Beruf treu geblieben sind.

Warum sich Anpassungsfähigkeit in den Personalbüros unserer Republik noch nicht als positive Eigenschaft herumgesprochen hat, ist mir unklar. In einer Zeit, wo Massenentlassungen an der Tagesordnung sind, müssen die Damen und Herren doch mal begreifen, dass nur noch wenige Menschen die Möglichkeit haben, mit einem einzigen erlernten Beruf durchs Leben zu kommen. Vermutlich fehlt diesen Personalchefs genau das, was eine Umschulung als Nebeneffekt auch noch bewirkt, sie erweitert nämlich den Horizont. Wir brauchen trotz aller Spezialisierung auch Angestellte, die über ihren eigenen Tellerrand hinaus schauen können. Ich bin gespannt, wie sich die Situation in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

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2 Antworten so far »

  1. 1

    Vorurteile sind ein persoenliches Problem. Ich denke nicht jeder Personalchef hat dieselbe Meinung. Manche besonders wenn mann jung ist wollen nur sehen dass du in so viele Arbeitsplaetze wie moeglich gearbeitet hast. So scheint es mir auf jeden Fall.

  2. 2

    Egal ob du 30 Jahre bei der selben Firma gearbeitet hast oder ob du jede 6 Monate deinen Job veraenderst Hauptsache bleibt du musst kompetent sein. Und alles haengt auch davon ab wie du dich vorstellst waehrend des Job-Interviews.


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