Was schert uns unser Geschwätz von gestern

Wenn ich doch nur mal die Möglichkeit hätte, alle unsere Pseudowissenschaftler zusammen in einen Sack zu packen und drauf zu hauen. Ich würde mir dafür etwa vier Wochen Urlaub nehmen und die Schlafphasen auf ein Minimum reduzieren, um meine in vierzig Jahren angestaute Wut loszuwerden.

Woher meine Wut kommt? Wir werden ständig mit guten Ratschlägen versorgt, wie wir leben sollen, wie wir uns ernähren sollen, was gesund und ungesund ist und wovor wir uns unbedingt hüten müssen, weil es letal wirkt.

Die Wunderwaffe Spinat, dieses angebliche eisenhaltigste aller Gemüse hat es sogar geschafft, dass ihr ein eigener Protagonist, der Seemann Popeye gewidmet wurde. Jahrzehntelang wurden Kinder mit schlechtem Tiefkühlspinat gequält, um sie für den Überlebenskämpf auf unserem Planeten zu stärken. Und dann? Nichts da. Der junge Herr, der den Eisengehalt im Spinat in den 60er Jahren festgestellt hatte, irrte leider. Nicht, dass seine Meßtechnik versagt hätte, nein, er hat sich einfach um eine Stelle hinter dem Komma geirrt und in 30 Jahren hat sich niemand die Mühe gemacht, das Ergebnis mal nachzuprüfen. Wir sind lieber auf dem Mond gelandet (oder doch dahinter?), haben das Farbfernsehen erfunden, den PC samt Internet, haben uns von Dallas und Denver Clan bis Sex and the City alle Soaps angetan und waren live beim Golfkrieg I und II dabei. Als embedded audience in der großen Risiko-Partie von Vater und Sohn Bush, wo endlich mal die ganze Familie gemeisam am Fernseher über Onboard-Kamaras verfolgen konnte, ob der Pilot die ferngesteuerte 5 Millionen schwere Präzisionsrakete auch ins Ziel gebracht hatte. Wir haben den Tod auf Zigarettenpackungen publiziert und Existenzen von Gastwirten vernichtet, damit sich Nichtraucher wieder vor die Türe trauen.

Und wir haben Kaffee Hag getrunken um jetzt zu lesen, dass Kaffee doch gesund ist. Um zu lesen, dass er nicht nur munter macht, sondern sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen soll, das Brustkrebsrisiko senkt, Schäden durch Cholesterin verringert und geistig fit hält. Sicherlich wird es Kaffee bald auf Rezept geben. Ich warte nur noch darauf, dass bald auch nach entsprechender Studie Zigaretten und Alkohol als Medizin verordnungsfähig werden. Bei Canabis sind wir ja bereits so weit.

Ein Hoch auf die Wissenschaft, die uns immer wieder so zuverlässig mit Informationen versorgt. Bisher dachte ich immer die unpräziseste Wissenschaft sei die Meterologie gewesen, aber andere Disziplinen sind drauf und dran unseren Wetterfröschen den Rang abzulaufen.

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