Dann klappt´s auch mit dem Nachbarn

Wie wichtig für uns gute nachbarschaftliche Verhältnisse sind, das merken wir in der Regel erst dann, wenn sie nicht mehr gut sind. Wenn man Tür an Tür wohnt und der Nachbar um bei jeder kleinsten Störung gegen die Wand klopft oder gar die Polizei ruft.

Um das zu verhindern, ist es wichtig vom Einzug an einen guten Kontakt zum Nachbarn zu pflegen. Am besten man macht eine kleine Einzugsparty, zu der dann auch alle Nachbarn eingeladen sind. Schließlich will doch jeder wissen, wer da jetzt wohnt und je vertrauter einem die Nachbarn sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme gibt. Oft ist eine Mietergemeinschaft auch traurig darüber, dass der Vormieter ausgezogen ist, weil man sich mit ihm gut verstanden hat und man sich gegenseitig geholfen hat. Auskünfte darüber einzuholen ist sinnvoll, um sich selber ein Bild über die Hausgemeinschaft zu machen. Odt helfen sich Nachbarn dabei die Blumen zu gießen, wenn der andere im Urlaub ist oder einfach nur mal nach dem Rechten zu sehen.

In Deutschlands Großstätten herrscht inzwischen eine so große Anonymität, dass Nachbarn selbst nach vielen Jahren des Zusammenlebens so gut wie nichts übereinander wissen. Das fördert natürlich auch das Getratsche und die Verbreitung von Gerüchten, die einem eventuell sogar das Leben schwer machen können. Diese Anonymität aufzubrechen ist die Aufgabe der Menschen, so dass es nicht mehr vorkommen kann, das alte Menschen teilweise monatelang tot in ihrer Wohnung liegen, ohne das jemand ihr Fehlen bemerkt.

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1 Response so far »

  1. 1

    Ich habe neulich ein Buch gelesen, das zum Thema sehr gut passt, „Nachbarn“ von Thomas Berger.

    Es handelt von der Familie Keese (Vater Earl, Mutter Enid, Tochter Elaine), eine ganz gewöhnliche, gar langweilige amerikanische Familie. Ihr ganz banales Leben wird auf den Kopf gestellt durch das Einziehen eines weniger raffinierten Paares, Harry und Ramona. Während Enid und Elaine sich immer mehr zu den neuen Freunden zugezogen fühlen, kommt sich Vater Earl immer mehr seelenlos vor und startet schliesslich einen regelrechten Nachbarschaftskrieg gegen dem Störenfried Harry und seiner Frau.

    Der Roman ist eine Mischung aus Nathaniel West-ähnlichem Humor und kafkascher Emotionalentfremdung.


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